Wie politisch ist Schlaf, Theresia Enzensberger?
Jahrelang begleitet Theresia Enzensberger die Schlaflosigkeit, nun schreibt sie darüber im Rahmen der neuen Reihe „Das Leben lesen“ bei Hanser Berlin. In ihrem Essay „Schlafen“ erzählt sie entlang der Schlafphasen philosophische ebenso wie politische Perspektiven auf die womöglich alltäglichste Handlung der Welt.
Enzensberger beschreibt wie der schlafende Körper nicht produzieren kann, wenn er ruht. Wie schlecht er beherrschbar und verwertbar ist und wie sehr wir doch immer wieder versuchen ihn zu optimieren und mit seinen Ruhezeiten in Verhandlung zu gehen.
Der schlafende Körper wird moralisiert, wenn er zu viel ruht und gleichzeitig ist Schlafen eine Geste des Vertrauens. Eine Welt, in der wir uns schlafen legen können, birgt Hoffnung und das Gefühl behütet zu sein. So sehr, dass wir unsere Wachsamkeit loslassen und darauf vertrauen, dass wir auch auf der anderen Seite wieder darin aufzuwachen.
Ein kluger und anregender Versuch, die Essenz eines menschlichen Grundbedürfnisses zu begreifen, das sich so sehr unserer Macht entzieht.
Theresia Enzensberger wurde 1986 geboren und lebt in Berlin. Sie studierte Film und Filmwissenschaft am Bard College in New York studiert und schreibt als freie Autorin Prosa, Essays, Reportagen und Kritiken. Ihr erster Roman „Blaupause“ (2017) wurde in mehrere Sprachen übersetzt und mit der Alfred Döblin-Medaille ausgezeichnet, ihr Roman „Auf See“ (2022) für den Deutschen Buchpreis nominiert.
Moderiert wird sie von Andrea Schwyzer, geb. 1980 in Zürich. Sie ist freie Hörfunkjournalistin und war unter anderem für das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) tätig. Seit 2012 lebt sie in Hannover und arbeitet als Autorin, Rezensentin und Moderatorin unter anderem für NDR Kultur.
Ein Abend, der den Blick auf die alltäglichen Dinge des Lebens lenkt und versucht, darin Ruhe zu finden.
Foto Theresia Enzensberger: Christian Werner
Foto Andrea Schwyer: Nerea Lakuntza