Das Foto und Katja Petrowskaja schauen sich an
Ein Foto trifft den Blick der Betrachterin und lässt sie nicht los. Das Bild einer geisterhaften Pflanze in einem Tschernobyl-Buch. Das rauchvernebelte Gesicht eines Grubenarbeiters in einer Kiewer Ausstellung. Oder ein syrisches Flüchtlingspaar bei der Landung auf Lesbos, abgedruckt in der New York Times. Woraus besteht die Gegenwart? Aus dem, was in Ausstellungen hängt, an Plakatwänden verwittert oder über die Bildschirme läuft? Wie gelingt es, den intimen Moment der Bestürzung oder des Staunens in Sprache zu verwandeln?
Mit den Foto-Kolumnen, die sie 2015 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zu schreiben begann, hat Bachmann-Preisträgerin Katja Petrowskaja ihr eigenes Genre geschaffen: kurze Prosa, Landschaft, Biografie, Zeitgeschichte und Form auf minimalem Raum verdichtend. Frei assoziiert sie ein dichtes Netz aus persönlichen Erinnerungen, Verweisen auf unterschiedlichste Kulturgüter und philosophischen Lebensfragen. Nun sind die Kolumnen als Buch „Das Foto schaute mich an“ (Suhrkamp) erschienen.
An diesem Abend trifft Petrowskaja auf Francisco Vogel, wissenschaftlicher Mitarbeiter für Theorie und Geschichte der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Hier ist er auch Doktorand mit einem Projekt zu intermedialen Konstellationen zwischen Fotografien und Museumsexponaten.
Die Veranstaltung schließt an die Ausstellung "Welches Foto schaut dich an?" im Foyer des Literaturhauses an. Kuratiert wurde sie vom Kunstverein Hildesheim unter der Leitung von Carla Henne, Noa Lohrmann und Justine Wiesner. Im Literaturhaus St. Jakobi wird ein Teil der Ausstellung ab Mitte März zu sehen sein, die anderen Teile öffnen am 12. April im Kunstverein und dem KUNSTRAUM53.
Contentwarnung
Diese Veranstaltung wird vorraussichtlich die folgenden Themen behandeln: Krieg, Gewalt. Die Gespräche unserer Veranstaltungen werden stichpunktartig vorbereitet und entstehen immer erst im Moment. Trotzdem möchten wir eine grobe Orientierung geben für Zuschauer:innen, die diese Themen beunruhigt.
Kombiticket mit freiem Eintritt in die Ausstellung.
Mehr zur Ausstellung "Welches Foto schaut dich an?"