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Die Hildesheimer Poetikvorlesung hält Axel Malik

Für die Hildesheimer Poetikvorlesung lädt das Literaturhaus St. Jakobi in Kooperation mit dem Literaturinstitut der Universität Hildesheim jedes Semester ein:e Autor:in ein, uns über ihren kreativen Prozess zu berichten. Sie will die Arbeitsprozesse von etablierten Schriftsteller:innen zugänglich und ihre Materialien, ihr Vorgehen und ihre Gedanken zum Literaturbetrieb greifbar machen. Eine Bühne mal nur für die Arbeit als Schriftsteller:in.
Mittlerweile waren unter anderem schon Doris Dörrie, Esther Kinsky, Thomas Meinecke, Hannes Bajohr und Mara Genschel zu Gast. All diese Gäste haben eine Sache gemeinsam: Sie arbeiten interdisziplinär. Sie können Techniken aus anderen Sparten wie Film, Theater oder Musik, auf ihr Schreiben anwenden.

Es lohnt sich zu dieser Ausgabe der Hildesheimer Poetikvorlesung schon ab 19:00 Uhr zu kommen und die ausgestellten Werke des Künstlers Axel Malik aus nächster Nähe zu betrachten. Es wird u.a. eine Schriftrolle mit einer Länge von zehn Metern von der Decke des Kirchenschiffs hängen, an der der Künstler ein Jahr lang, Tag für Tag geschrieben hat. Außerdem werden aus dem 1989 begonnenen und bis dato ununterbrochenen Tagebuchprojekt einige Exemplare ausliegen. Bis heute liegen insgesamt über 140 Tagebücher des Künstlers mit über 30.000 Seiten vor.

Außerdem ist zeitgleich eine partizipative Schreib-Performance vorgelagert. In der intimen Performance sitzt Axel Malik an einem Tisch und lädt Besuchende ein, sich zu ihm zu setzen. Im flüchtigen Moment der Begegnung entstehen einzigartige Bewegungszeichen auf Papier – visuelle Echos eines unsichtbaren Dialogs zwischen zwei Menschen. Diese „dialogischen Seismogramme“ sind zugleich so präzise, wie unlesbare Choreografien, die die subtilen Schwingungen zwischenmenschlicher Interaktion einfangen. Jede:r Besuchende erhält ein persönliches Unikat dieser ephemeren Begegnung zum Mitnehmen.

Im Anschluss folgt ein poetologischer Vortrag Axel Maliks, der sich mit der Frage beschäftigt, ob der Künstler, der sich als genuiner "Schriftsteller" begreift, auch ein Schriftsteller im herkömmlichen Sinn ist oder nicht. Maliks Schreibprozess besteht nämlich aus einzelnen, sich niemals wiederholenden Zeichen. Die handschriftlichen Setzungen fügen sich dabei zu komplexen Texten und überdimensionalen Kompositionen zusammen, die zwar als solche unlesbar sind, jedoch von großer Intensität und eigenwilliger poetischer Ausdruckskraft zeugen.
Die Veranstaltung soll in eine offene Diskussion mit dem Publikum übergehen.

Ein ganzer Abend, der einlädt, sich ausschließlich dem Akt des Schreibens zu widmen mit all seinen Zwischenräumen, Grenzen und Feinheiten.

Dienstag, 12.11. 2024 19:00 Uhr Eintritt: kostenlos

Webseite von Axel Malik