Ulrich Noethen: Das Buch der Flucht

Der Verlust von Heimat, Flucht, Exil und die Sehnsucht nach einer Rückkehr in ein gelobtes Land prägen die Geschichten der Bibel. Diese hat der Theologe, Kulturjournalist und Autor Johann Hinrich Claussen in „Das Buch der Flucht“ (C.H. Beck Verlag) neu nacherzählt. Der renommierte Schauspieler und Hörbuchsprecher Ulrich Noethen ( u.a. Comedian Harmonist, Oh Boy, Das Sams) lässt die Geschichten, Reden, Gebete und Lieder an diesem Abend lebendig werden.

Die Bibel erzählt von Menschen, die vertrieben und verschleppt wurden, fliehen mussten, in der Fremde lebten und Heimat suchten – von der Vertreibung aus dem Paradies über den Auszug aus Ägypten und das Babylonische Exil bis zu Jesus und seinen Aposteln, die heimatlos durch die Welt zogen.

Im Gespräch mit Studienleiterin Julia Koll (Akademie Loccum) erläutert der EKD-Kulturbeauftragte, Johann Hinrich Claussen, welche realen historischen Erfahrungen von Zerstörung, Flucht und Exil den biblischen Texten zugrunde liegen. Ihre Geschichten, Lieder, Gebote und Theologien wurden Verfolgten und Vertriebenen zu einer neuen, unverlierbaren Heimat. Und sind es für viele Menschen bis heute. Ein bewegender Abend für alle Sesshaften, Suchenden und Heimatlosen.

An diesem Abend eröffnet der Kunstraum 53 seine neue Ausstellung zum Land:

Jakob Schnetz– Ein Ren & ein brennendes Ölfass: In seiner fotografischen Serie setzt er sich dem Wechselspiel von visuellen Repräsentationspraktiken und dem Begriff der Authentizität in der Fotografie auseinander. Die in Russland entstandene Arbeit vermischt Beobachtung und Fiktion und will zu einer Reflexion der Grenzen des mitunter als dokumentarisch genutzten und verstandenen Mediums und der eigenen Bildersozialisation einladen.

Juliane Zelwies – There is no good flock without a good shepherd, and no good shepherd without a good dog(2019, 10 min., HD, Farbe, Ton; 3-Kanal Videoinstallation): Mit Hütehund-Wettbewerben geben Schafhirte Einblick in ihren Arbeitsalltag. In der gezeigten Videoarbeit demonstrieren drei Schäfer, wie ihre Hunde eine kleine Herde in einem festgelegten Parcours selbstständig über unwegsames Gelände führen können. Lediglich Pfiffe, Handzeichen und Rufe sind erlaubt.

Kuration: Theresa Tolksdorf