Harald Welzer und das Schreiben über Krisen

Die Veränderungen im heutigen Klima haben ihre Ursachen in den Entscheidungen unserer Vergangenheit. Rauchende Schornsteine, Flugzeugreisen zwischen München und Berlin, Spritztouren und Sonntagsfahrten, Plastikspieße in Käsewürfeln. Unsere einstigen Symbole für Wachstum und Wohlstand altern wie Kuhmilch auf der Heizung. Nur von wenigen dementiert, von den meisten eingefordert: Das Bewusstsein für den Klimawandel ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Seit Jahren widmet sich der Klimafolgenforscher, Autor und Publizist Harald Welzer der Diskrepanz zwischen unserem exponentiellen Wachstumstrieb und unseren endlichen Ressourcen. In zahlreichen Büchern wie „Selbst Denken: Eine Anleitung zum Widerstand“ oder „Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird“ (beide S. Fischer), stellt er immer wieder die Frage, ob Menschen dazu fähig sind, sich selbst zu verändern und damit den Klimawandel aufzuhalten. Sein neustes Werk „Nachruf auf mich selbst“ stellt dem praktischen Leitsatz, der Pflege einer Kultur des Aufhörens, zahlreiche Vordenker:innen und -macher:innen zur Seite. Der Honorarprofessor für Transformationsdesign reflektiert auf sein bisheriges Leben und überlegt, wie er sich in der Zukunft zurückerinnern will.

Moderiert von Robin Droemer (TRZ Media) trifft Harald Welzer auf Texte der Climate Fiction junger Studierender des Literarischen Schreibens. Die im Seminarkontext entstandenen Texte, bilden eine junge Strömung ab, die vor dem Hintergrund der heutigen Klimakrise entsteht und die Frage stellt, wie in literarischen Texten von der Klimakrise erzählt werden kann.

Ein intellektuelles und poetisches Abtastens des Phänomens Klimawandel auf allen Ebenen begegnet uns. Begleitet von Frage, wie komplexe Krisen ihre Textformen finden können. Ein Abend der von einem Gestern aus in die vielen Möglichkeiten der Zukunft blickt und Fiktion und Fakten verbindet.

Diese Veranstaltung entsteht in Kooperation mit dem Nachhaltigkeitsprojekt „Lernen eine Welt zu sein“ des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt und dem Literaturinstitut der Universität Hildesheim.

Tickets sind ab dem 1. April bei Ameis Buchecke erhältlich.