Kunstausstellung

 

Zu jeder Spielzeit kuratiert derzeit der KUNSTRAUM 53 eine Ausstellung in unserer Galerie im Foyer. Die aktuelle zum FLUSS lautet: Nicht bewegen. Könnte etwas rutschig sein.

Flüsse sind wichtige Orte urbanen und ländlichen Lebens. Je nachdem, wo sie vorkommen, erfüllen sie unterschiedliche Funktionen: Ein kleiner Bach oder ein Stadtbrunnen laden zum Verweilen und an heißen Tagen zum Abkühlen ein. Sie können grüne Oasen sein, oder der einzige Tropfen Wasser auf einer ansonsten gepflasterten Fläche. Ein schiffbar gemachter Fluss oder das gefrorene Wasser der Polkappen hingegen sind für den Erhalt gewohnter Lebensformen essenzielle ökonomische und ökologische Infrastrukturen, deren Einfluss auf die alltägliche Lebensqualität eines Einzelnen jedoch selten spürbar wird.

Die Ausstellung „Nicht bewegen. Könnte etwas rutschig sein.„ stellt von September 2019 bis Juli 2020 kleine und große Flüsse vor, hochindustrielle und scheinbar unantastbare.Fünf künstlerische Arbeiten aus drei (Langzeit-)Projekten mit insgesamt neun beteiligten Künstler*innen rücken den Fluss als Akteur ins Zentrum des Bewusstseins und befragen sein Verhältnis zum Menschen. Das Projekt „Die Idee der freien Flusszone„ der Galerie für Landschaftskunst führt uns an die Süderelbe und fragt nach den Potentialen ihrer Schließung für die Binnenschifffahrt. Die Installation „Milo, ich hab mich in die Arktis gebeamt„ des Hildesheimer Theaterkollektivs edgarundallan lädt uns ein, Klimaphänomene sinnlich wahrzunehmen. Das „Wasserregal„ von Kim-Denise Uhe zeigt uns die ganz kleinen, scheinbar vergessenen Rinnsale mit Quellen im Hildesheimer Landkreis.

Informationen zu den Projekten

Die GFLK Galerie für Landschaftskunst (gegr. 1992) mit Sitz in Hamburg-Altona ist ein freier Künstler*innen-Projektraum für künstlerische und interdisziplinäre Arbeit an Vorstellungen von Natur, Landschaft und Stadt. Dem Hildesheimer Publikum wird das Langzeitprojekt die »Idee der freien Flusszone« anhand dreier künstlerisch-forschender Kunstprojekte vorgestellt, das 2011 mit dem Vorschlag der hypothetischen Schließung der Süderelbe für die Binnenschifffahrt an die Öffentlichkeit trat. Die Skizzenbücher zu den „Expeditionen in Urbane Landschaften: Unterwegs im Süderelberaum“ der Architektin und Prof. em. (Leibniz Uni Hannover) Hille von Seggern und die Bilderkisten von Florian Hüttner sind ab dem 13.09.19 in der Galerie zu sehen. Ab der zweiten Spielzeithälfte wird eine Arbeit des New Yorker Künstlers Bob Braine ergänzt. Die Präsentation der Arbeiten entsteht in Zusammenarbeit mit Till Krause. www.freieflusszone.org

In der interaktiven Installation „Milo, ich hab mich in die Arktis gebeamt„ des Hildesheimer Theaterkollektivs edgarundallan (Sira Möller, Jonas Sausmikat, Mine Wenzel, Marie Winnie Wilka) werden Klimaphänomene sinnlich wahrnehmbar. Innerhalb einer Klanglandschaft verflüssigt sich vor den Augen und durch die Hände der Besucher*innen ein Quader aus Eis. Der neu für den Ausstellungsraum konzipierte Aufbau entstammt der Performance „Milo, ich hab mich in die Sahara gebeamt„, einem theatralen Einfühllabor mit Naturmaterialien als Protagonist*innen. www.edgarundallan.com

Das „Wasserregal des Hildesheimer Landkreises„ ist der Versuch der Grafikerin Kim-Denise Uhe die namentlich bekannten Fließgewässer im Landkreis Hildesheim zu dokumentieren. Begonnen vor zwei Jahren, umfasst es heute Geschichten über 183 Gewässer – Anzahl steigend –, die sie gemeinsam mit ihrem Labrador Floyd aufgespürt hat. Jeder Beke ist eine Broschüre mit Informationstext und Fotografien nebst einer Übersichtskarte gewidmet. Und die Innerste? Befindet sich nicht in dieser außergewöhnlichen Sammlung, da sie im Harz entspringt. Vom 25. – 27.10.10 ist das vollständige Wasserregal in einem umgebauten Bauwagen in Anwesenheit der Künstlerin kostenlos begehbar. www.kim-denise-uhe.com

Künstlerische Leitung: Maren Pfeiffer (KUNSTRAUM 53)