Editorial

 

Unsere neue Spielzeit-Trilogie widmen wir dem Gestern, Morgen und Jetzt. Drei Jahre lang wollen wir diese aus verschiedenen literarischen Perspektiven betrachten.

Dafür hat David Schnitter verschiedene Dinge-Haufen im Kirchenraum installiert.

Im März beginnt der letzte Abschnitt der Spielzeit Gestern im Literaturhaus St. Jakobi.

Diese Begegnung mit dem Gestern verbindet die gesellschaftliche mit der persönlichen Perspektive. Eine Bestandsaufname über Themen, die uns auf unserem Weg geprägt und begleitet haben, rückt soziale Herkunft ebenso wie Familiengeschichten in den Fokus. Was schlägt sich in unserer Welt wieder und hinterlässt Spuren der Vergangenheit?

Diese Perspektive auf das Gestern soll weiter angereichert werden. In der ersten Spielzeithälfte der neuen Intendantin Sarah Patzak schaffen wir Raum für Experimente und untersuchen bekannte Formaten. Was wollen wir behalten? Was überdenken wir? Und was wollen wir temporär ausprobieren?

Nach dem Motto „Du siehst was, was ich nicht sehe“ haben wir die 2021 für den deutschen Buchpreis nominierte Schriftstellerin Shida Bazyar (Nachts ist es leise in Teheran, Drei Kameradinnen) eingeladen, als Curating Artist zwei Veranstaltungen nach ihrer Vorstellung zu gestalten. Zu den von ihr entwickelten Zwiegesprächen lädt sie mit Khuê Pham und Christian Baron zwei wichtigen literarische Stimmen unserer Zeit ein.

Weitere Themen wie die Toten der Pandemie, der Klimawandel und Armut werden von März bis Juli 2022 im Literaturhaus St. Jakobi präsent sein. Jo Lendle, Khuê Pham und Christian Baron rücken Familiengeschichten und die Erinnerungen an Herkunft ins Zentrum ihrer Erzählungen. Miriam Wittig, Studierende des Literarischen Schreibens und Harald Welzer nähern sich auf unterschiedlichen ästhetischen Wegen den Krisen unserer Zeit, die ihren Ursprung in der Vergangenheit haben.