3 Fragen an Maren Pfeiffer

Maren Pfeiffer studiert seit 2016 Inszenierung der Künste und der Medien (M.A.) mit Schwerpunkt Bildende Kunst an der Stiftung Universität Hildesheim. Sie produziert für den Kunstverein Hildesheim und den KUNSTRAUM 53 Ausstellungen, Vermittlungsformate und Workshops. Ihr Antrieb ist die Hoffnung, die Potenziale ihres Lebensraums aktiv hervorzubringen und so den Begeisterungsfunken ihrer Mitmenschen zu wecken. Sie hat zur Spielzeit FLUSS unsere Ausstellung ausgewählt.

1. Im September hast du die FLUSS-Ausstellung „Nicht bewegen. Könnte etwas rutschig sein“ bei uns kuratiert. Zur zweiten Spielzeithälfte hast du sie erweitert. Was hat sich verändert?

Isar, Süderelbe, Rißbach, Neckar: Das Kunstprojekt „Freie-Flusszone-Bilderkiste“ von Florian Hüttner besteht aus vier Filmen, die Flussabschnitte in deutschen Städten vom Wasser aus zeigen. Die Filme sind von 2016 bis 2017 entstanden. Mittelpunkt des Films ist eine von der Strömung getriebene Holzkiste, die der Künstler vorher im Atelier bemalt hat. Inspiration liefert der Ort oder der vorangegangene Filmdreh. Durch das Zuwasserlassen und Filmen der Kiste findet eine Überlagerung der Motive statt. Anfang Februar fand die Produktion der „Freie-Flusszone-Bilderkiste (Innerste)“ statt, die nun in der Ausstellung zu sehen sein wird.

2. Ihr wart vorher draußen an der Innerste und im Harz. Was habt ihr da gemacht?

Meine Gäste aus Bad Tölz und ich beschäftigten uns intensiv mit dem Innerste-Verlauf in Hildesheim von Itzum aus nach Steuerwald, wo das Naturschutzgebiet „Mastberg und Innersteaue“ beginnt: Welche Abzweigungen gibt es und wo ist eine Sackgasse? Wir ließen die Kiste zu Wasser und folgten für mehrere Stunden ihrem Lauf. Die mentalen Herausforderungen waren dabei sehr verschieden: Von Langeweile über Freude bis zu Aufregung als sie den Strudel des Wehrs beim Hohnsensee nicht mehr verließ.
Anderntags fuhren wir zum Innerste-Sprung bei Clausthal-Zellerfeld. Dort mündet das schmale Rinnsal nach wenigen Metern in einen ehemaligen Bergbauteich, namens Entensumpf. Der Orkan Sabine war im Harz deutlich spürbar: entwurzelte Bäume, ein plötzlicher Schneeschauer und Windböen an der Wasseroberfläche. Das wird im Film zu sehen sein.

3. Diesmal geht ihr auch nach draußen an den Turm. Was wird da zu sehen sein?

Mit Till Krause der GFLK Galerie für Landschaftskunst laufen die Vorbereitungen, das „Freie-Flusszone-Autobahnschild„ des New Yorker Künstlers Bob Braine gut sichtbar an der Außenmauer des Kirchturms zu platzieren. Es handelt sich um reflektierende Folie auf Alu Dibond mit den Maßen 300 cm x 337 cm. Das Schild gehört zur Bekanntmachung der Idee der freien Flusszone, welche seit September 2014 vor allem in Hamburg im öffentlichen Raum stattfindet. Die Idee der freien Flusszone handelt davon, die Süderelbe bei Hamburg für die Binnenschifffahrt zu schließen und somit von der industriellen Hegemonie zu befreien.