3 Fragen an Eckhard Gorka

Seit 19 Jahren ist Eckhard Gorka Landessuperintendent des Sprengels Hildesheim-Göttingen. Außerdem ist er Abt des Klosters Amelungsborn. Bei unserer Spielzeiteröffnung wird er eine literarische Fluss-Position sprechen.

1. Die nächste Spielzeit widmet sich dem Fluss. Gibt es eine Flussgeschichte, die sie begleitet?
Oh ja, 1. Mose 32, 23ff. Jakobs Kampf am Jabbok. Die einzige biblische Geschichte, in der der Segen im wahrsten Sinne ‚abgerungen‚ wird. Aber auch die Elbe spielt in meiner Biografie eine Rolle. Meine erste Gemeinde lag an der Elbe, da haben sich etliche Geschichten zugetragen.

2. Das Literaturhaus St. Jakobi hat gerade fünf Jahre Jubiläum gefeiert. Was haben Sie aus den vergangenen Jahren mitgenommen?
Immer anregende Begegnungen. Manchmal habe ich auch gedacht: Da hätte ich mir mehr oder anderes erwartet. Aber anregend war es immer. Und: Ich freue mich, dass das Literaturhaus so eine weit in die Gesellschaft vorgelehnte „Kanzel„ bietet.

3. Der Fluss steht auch für Veränderungen. Welche Veränderungen in unserer Gesellschaft wünschen Sie sich am meisten?
Jetzt auch noch Wunschkonzert! Am ehesten wünsche ich mir derzeit – das schwankt ja – mehr Lust zu mehr Demokratie und die Erkenntnis, dass Streit Teil von Demokratie ist und nicht deren verzerrtes Gesicht und dass dieser elende Populismus in seine Schranken gewiesen wird und wir alle gern – so schwer das scheint – an einer friedlichen und menschenfreundlichen Welt mitbauen und – Thema „Fluss„ – Brücken statt Grenzen bauen. Und dass ich hier mehr Platz hätte, denn Wünsche habe ich noch viele.