3 Fragen an Dirk Brall

2014 gründete der Kulturwissenschaftler Dirk Brall das Literaturhaus St. Jakobi Hildesheim. Seit dieser Zeit hat sich die 500 Jahre alte Pilgerkirche zu einem wichtigen Zentrum für literarische Gegenwart transformiert und als Dialogort von Universität, Kirche und Stadt etabliert.

1. Wie sehen deine Bücher nach dem Lesen aus: Gebrauchsgegenstand oder gut gesicherte Kunst im Museum?

Ich lese am liebsten gebundene Bücher, weil sie schwerer in der Hand liegen und sich besser aufschlagen lassen. Den Schutzumschlag nehme ich ab und lege ihn später wieder um. Dann sieht das Buch meistens noch lange wie neu aus. Da ich meine Bücher aber auch gerne verleihe, sehen sie aus, wie sie aussehen – wenn sie überhaupt zu mir zurückkommen.

2. Du warst jetzt acht Jahre Intendant des Literaturhauses, welche Nachricht würdest du deinem Ich vor acht Jahren in einer Flaschenpost zukommen lassen?

Folge deiner Intuition. Suche dir Menschen, mit denen du deine Erfahrungen teilen kannst. Nimm dir Zeit für jeden Schritt. Und fürs Feiern!

3. Im September übernimmst du mit Wortlabor-Schöpferin Stephanie Brall die Direktion des Tagungshaus Priesterseminars, welches als „Lüchtenhof“ weiterentwickelt und profiliert wird. Auf was dürfen wir uns dort freuen?

Neben der Literatur und dem Storytelling habe ich mich in den letzten Jahren viel mit Gründungskultur, Kreativorganisationen und Klosterspiritualität beschäftigt, außerdem mit Naturprozessen, Achtsamkeit, Kochkunst und Architektur. Wir wollen mit dem Lüchtenhof einen inspirierenden Ort schaffen für Gründer:innen, Kreative, Pionier:innen, Kulturschaffende, Unternehmer:innen und Künstler:innen.

Die Fragen stellte Sarah Patzak, die ab dem 1. November das Literaturhaus St. Jakobi als Intendantin führen wird.