3 Fragen an Barbara Hagedorn

Schon beim PROLOG des Literaturhauses St. Jakobi hat sich die Lehrerin Barbara Hagedorn bei uns engagiert. Letztes Jahr hat sie mit vier weiteren Mitgliedern den Förderkreis gegründet, der sich sehr über weitere Förder*innen freut: https://stjakobi.de/forderkreis/

1. Du bist eine Engagierte im Literaturhaus St. Jakobi von Beginn an. Was war deine eindrücklichste Veranstaltung in den vergangenen sechs Jahren?

Jede Veranstaltung vor den markanten Bühnenbildern des Literaturhauses hinterlässt bei mir einen starken Eindruck. Ich betrachte sie im Zusammenspiel aller Formate, die eine Spielzeit ausmachen. Den offenen Dialog zwischen Cornelia Funke und Tobias Wenzel 2014 in der St. Jakobi-Kirche habe ich sehr eindrücklich in Erinnerung behalten. Im Mittelpunkt stand u.a. das Buch Solange ich lebe kriegt mich der Tod nicht. In bestimmten Augenblicken lese ich immer wieder einzelne Gespräche nach, die Tobias Wenzel auf Friedhofsgängen mit 39 Schriftstellern und Schriftstellerinnen geführt hat. Sie stellen für mich als Lesende eine Verbundenheit her, aber eröffnen mir auch gleichzeitig ganz neue Blickwinkel in der schwierigen Auseinandersetzung mit dem Thema Vergänglichkeit.

2. Du bist Mitglied im Förderkreis. Was bewegt dich dazu?

Begonnen hat mein Engagement in den ersten Spielzeiten durch meine damalige Tätigkeit als Förderschullehrerin in der Schülerfirma der Anne-Frank-Schule Hildesheim. Die Schülerinnen und Schüler konnten sehr kreativ Backwaren zur Bewirtung für bestimmte Veranstaltungen zubereiten. Diese Aufträge waren für die Gruppe eine sehr wertschätzende Einbindung in einen besonderen Ort der Stadt. Über die Jahre hinweg nehme ich die innovativen Kirchenbesuche im Literaturhaus als persönliche und gesellschaftliche Bereicherung wahr. Verschiedene Menschen kommen mitten in ihrer Stadt dazu, sich über alle Geschichten des Lebens miteinander auszutauschen. Positionen und Haltungen können überdacht und entwickelt werden.

3. Welches Buch empfiehlst du für die Sommerferien?

Im letzten Sommer hat mich der Roman von Arno Geiger Unter der Drachenwand sehr beeindruckt. Zurzeit lese ich das Buch LiES, Literatur in Einfacher Sprache. Hauke Hückstädt hat darin 15 Geschichten von bekannten Autoren und Autorinnen in dieser für die Kommunikation wichtigen Sprachform herausgegeben. Hier begegnet mir Arno Geiger mit der Geschichte Hunger wieder. Das finde ich sehr spannend.