3 Fragen an Annette Pehnt

Annette Pehnt ist Schriftstellerin und leitet das Literaturinstitut der Universität Hildesheim. Über die Jahre hat sie ein literarisches Werk erarbeitet, das Erwachsene ebenso wie Kinder einschließt. Dieses Jahr hat sie die „Book Rebels“ bei Hanser herausgegeben, in dem sie gemeinsam mit Studierenden ihre 75 Heldinnen aus der Literatur versammelt.

1. Was hat Sie zu diesem Projekt inspiriert?

Der Verlag hat uns gefragt – und ich wollte sofort mitmachen! Hier gab es die seltene Chance, mit einer großen Gruppe von Leuten wirklich kollektiv zu arbeiten. Wir haben gesucht, gesammelt, gestritten – und dann das Buch von vorne bis hinten gemeinsam geschrieben. Dazu kamen die tollen Illustrationen von Felicitas Horstschäfer. Ziel war ein Buch gegen den ‚Kopfbeton‚: Wir haben – immer noch!! – so viele festgezurrte Vorstellungen darüber, wie Mädchen und Frauen zu sein haben. In der Literatur gibt es aber ganz andere Rollenbilder, Gegenerzählungen und Fantasien – und von denen erzählen wir.

2. Was war Ihre wichtigste Heldin aus der Literatur oder aus dem Leben?

Ich war ein ängstliches Kind und habe in meinen Heldinnen immer die Gegenentwürfe gesucht: Eigensinn, Entschlossenheit, Beharrlichkeit. ‚Momo‚ war für mich damals wichtig – ein Kind, das sich nicht einfügt, das sich und seinen Geschichten in einer auf Effizienz getrimmten Gesellschaft treu bleibt. Pippi Langstrumpf war mir immer etwas zu großspurig. Aber es gibt ja so viele und so verschiedene Figuren in der Literatur! Durch die Studierenden, die mit anderen Büchern aufgewachsen sind als ich, habe ich viele mir ganz neue Rebellinnen kennengelernt.

3. Wem würden Sie das Buch unter den Weihnachtsbaum legen?

Ich würde nicht nur, ich werde! Für alle, die an die verändernde Kraft von Literatur glauben – und die schöne Bücher mögen.

 

Den Link zum Buch finden Sie hier.