Juliana Kálnay

Wir beenden die Spielzeit mit einem Debüt einer ehemaligen Studierenden mitten in einer Stadt: Im Haus mit der Nummer 29 wohnt zuallererst Rita, fast so alt wie das Haus selbst. Sie ist Beobachterin, Schlichterin und Richterin, ein Knotenpunkt mit geheimnisvollen Fähigkeiten und Absichten. Außerdem das Ehepaar Lina und Don, deren Liebe auch Dons fundamentale Verwandlung ziemlich fruchtbringend überdauert. Es gibt einen unbemerkten Mitbewohner, der sich im Aufzug einnistet, es gibt ein Kind, das sich durch Mauern beißt, und eine Wohnung, die ihre Mieter förmlich verschluckt. Rita sieht, was keiner zeigt, und sie versteht, was keiner sagt. Doch bevor sie ihr Wissen weitergeben kann, ist die kleine Maia auf rätselhafte Weise verschwunden. Die Menschen in Nummer 29 sind seltsam verschworen, kennen sich dabei kaum und teilen längst nicht jedes Geheimnis.

Juliana Kálnay wurde für ihren Roman Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens mit dem aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt 2017 ausgezeichnet. Unsere Programmassistentin Milena Maren Röthig spricht an dem Abend mit ihr über ihren Roman, ihre Schreibanfänge und ihr Weiterschreiben.