Christian Lehnert

Im Gespräch mit Julia Koll über die „Korinthische Brocken“

Der Apostel Paulus ist einer der meistgedeuteten und meistbekämpften Denker des Christentums. Auf einer seiner Reisen kommt der Weltreisende nach Korinth und bleibt dort achtzehn Monate. Den Stadtbewohnner*innen dort widmet er später seinen ersten Brief.

Nicht aus Selbstsicherheit und mit Weltgewandtheit hat dieser Apostel geschrieben, sondern auf dem unsicheren Grund eines Neuanfangs. Am Scharnier zwischen Judentum und Griechentum hat Paulus entscheidende philosophisch-theologische Fragen gestellt: nach dem Subjekt, nach Zeit und Geschichte – und danach, wie Gott ins Wort kommt. Christian Lehnerts vielgelobter Essay „Korinthische Brocken“ ist eine expressiv-dichterische ebenso wie begrifflich scharfe Auslegung des berühmten ersten Korintherbriefes. Ein ungewöhnlicher Lesegenuss, der viele Leser*innen überrascht hat.

Christian Lehnert, geboren 1969 in Dresden, ist Dichter und Theologe. Zurzeit leitet er das Liturgiewissenschaftliche Institut an der Universität Leipzig.

Moderiert von PD Dr. Julia Koll, Studienleiterin Ev. Akademie Loccum