Über St. Jakobi

 

Das Literaturhaus St. Jakobi Hildesheim liegt mitten in der Fußgängerzone, in einer über 500 Jahre alten Pilgerkirche. Alltagsreisende, Heimatlose, Kreative und Geschichtenliebhaber machen hier Rast. An diesem Ort sprechen geschichtsreiche Buchkunst und Neue Medien miteinander. Moderne Einrichtung trifft auf alte Gemäuer. Klösterliche Traditionen werden kombiniert mit urbanen Experimenten.

Im September 2014 startete die erste Spielzeit, die sich dem Meer widmete. Einen Einblick in eine Veranstaltung mit Peter Lohmeyer und Nikolaus Gelpke gibt es hier:

Jährlich wird zu jeder Spielzeit ein kuratiertes Jahresprogramm zu einem Thema komponiert. Szenische Lesungen, Wortinstallationen, Werkstattgespräche, kollaboratives Schreiben, Erzählabende und viele andere literarischen Formate finden hier statt. Darüber hinaus gibt es in
St. Jakobi Veranstaltungen, die dem Leben Rhythmus schenken und den Alltag inspirieren. Angelehnt an die Tradition der Klöster, für das Leben in der Stadt, in der Pilgerkirche.

Das Literaturhaus ist ein Projekt des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt. Das Gebäude gehört der St. Andreas-Kirchengemeinde. Die Geschichte der Kirche ist eng verbunden mit der Stadtentwicklung.

Geschichte der Kirche

Schon vor dem jetzigen Bau existierte eine Pilgerkapelle mit dem gleichen Namens, die der Straße den Namen gab. Sie gehörte zu den zahlreichen Jakobus-Kapellen, die die verschiedenen Zweige des Jakobswegs säumten. Daneben stand ein Gasthaus, das zu der Kapelle gehörte und die Pilger aufnahm. Mit dem Bau der einschiffigen Jakobikirche aus Sandstein wurde 1503 im Stil der Gotik begonnen. Von 1512-14 wurde als letztes der Turm fertig gestellt. St. Jakobi war die Pfarrkirche der Hildesheimer Altstadt und wurde 1542 den Protestanten übereignet. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde das Innere der Kirche barockisiert.

Wie fast alle Gebäude wurde auch die Jakobikirche im Zweiten Weltkrieg am 22. Februar 1945 an erheblich beschädigt. Beim nächsten großen Bombenangriff am 22. März 1945 brannte sie vollständig aus. Nur die Umfassungsmauern, das gotische Maßwerk einiger Fenster und der Westturm blieben erhalten. Schon im Sommer 1948 begann der Wiederaufbau und war bereits 1949 vollendet. Sie stand als erste Kirche Hildesheims wieder. Statt der ursprünglichen Spitze wurde der Westturm mit einem flachen Zeltdach errichtet.

Seit dem war die Kirche Heimat für die Andreasgemeinde, Militärseelsorge, reformierte Kirche und Ort für die Schwestern vom Casteller Ring. Ab 2000 baute dann Pfarrer Claus-Ulrich Heinke die Arbeit der Citykirche – Kirche am Wege auf. Mit vielfältigen Ausstellungen, Konzerten, Gottesdiensten und Veranstaltungen wuchs die Kirche zu einem wichtigen Kulturort heran. Viele Ehrenamtliche engagierten sich. Als Claus-Ulrich Heinke in den Ruhestand ging, übernahm Nora Steen die Leitung, bis sie diese aufgrund von Elternzeit abgab. 2012 wurde die Kirche geschlossen, um ein neues Konzept zu erarbeiten.

Nach zweijähriger Schließung wurde am 30. April 2014 mit dem Prolog die Kirche feierlich eröffnet. In naher Zukunft wird die Kirche auch wieder täglich geöffnet sein. Dazu sind noch Umbauten und personelle Strukturen nötig.