Milena liest: Das vergessene Fest

Ein Lesetipp als Einstimmung auf nächste Spielzeit Land:

Sie sind weggelaufen: Nina, Arif, Ronda und ihr deren kleiner Sohn Charlie. Hinein in den Wald und weg von Ninas Hochzeit, bei der sie aus heiterem Himmel ‚Nein‚ zu ihrem Bräutigam gesagt hat. Die Gäste bleiben, zu einem ziellosen Fest, während die Freunde im Wald auf eine Gruppe Menschen treffen, die dort ein mystisches, verzaubertes Fest feiert. Die Gruppe nimmt sie auf, schließt sie ein in dieses fremde Ritual.

Das vergessene Fest, sei ein „Roman über (…) das Irrewerden an der Wirklichkeit“, heißt es auf dem Buchrücken. Das ist auch der Eindruck, den man beim Lesen gewinnt. Immer wieder changiert der Text zwischen Fantastik und Wirklichkeit, driftet dabei ab, in Erzählungen, die plötzlich neben der Haupterzählung aufscheinen, dann wieder verblassen. Wie Träume. Überhaupt scheint sich  der Text einer Traumlogik der Metamorphosen zu verschreiben. Er wandelt die Form. Ist hier klassisch erzählter Roman und da ein Dramentext mit Figurenregister und Regieanweisungen. Das vergessene Fest ist keine einfache Lektüre, so unkonventionell, so unberechenbar ist dieser Roman, von dem man sich fragen könnte, ob man es denn wirklich mit einem Roman zu tun hat.

Das vergessene Fest. Lisa Kreißler, 192 Seiten, erschien im Februar 2018 bei Hanser Berlin.