2017/18 Spielzeit Stadt

Mit unserer neuen Spielzeit begannen wir eine neue Triologie. Nach drei Jahren Meer, Wald und Berg widmeten wir uns in den nächsten drei Spielzeiten der Stadt, dem Land und dem Fluss – inspiriert von dem wunderbaren Spiel Stadt-Land-Fluss.

Wir begannen mit der Stadt, und mit dem Bestseller von Feridun Zaimoglu „Evangelio“. Hier beschreit er, wie Martin Luther die Einsamkeit zum Übersetzen und Schreiben brauchte, aber immer wieder in die Stadt schlich, um seine Ideen zu verbreiten. Der Marktplatz war immer schon Austauschort für Ideen und Gedanken.

Auf die Eröffnung folgten zwei „Stadtgeschichten“, in denen wir Projekte dieser Stadt präsentieren. Dann das Finale vom Redewettbewerb „Sprich Worte“ am 20. Oktober. Während der Light Night öffneten wir die Türen für ein neues Format, unseren „Jahrmarkt“. Clemens Meyer führte uns zu den Geschichten einer Stadt bei Nacht und die BELLA triste ließ Großstadtwind durch unseren Raum wehen. Zwei ehemalige Stadtbewohner*innen besuchten uns am 7. Dezember und brachten ihre neuen Romane mit: Mariana Leky und Kevin Kuhn. Und am 15. Dezember schließen wir die erste Spielzeithälfte mit ebenfalls einem neuen Format, dem Stimmlabor. Ein „offenes Singen zur Spielzeit“ für alle, ab März 2018 einmal im Monat.

Benjamin Gross und David Schnitter hatten für diese Stadt-Spielzeit einen Hinterhof in das Literaturhaus St. Jakobi gebaut. Eine einzelne Straßenlaterne beleuchtete die Bühne. Ein Ort wie viele in der Großstadt. Ein Ort, dessen Schönheit auf den zweiten Blick auffällt. Ein Ort, von dem man dann nicht mehr loswill, wenn man ihn entdeckt hat. Ein Ort wie eine Utopie über das gute Leben.

Unsere zweite Spielzeithälfte zur „Stadt“ spannte einen weiten Bogen vom antiken Korinth des Paulus’ im ersten Jahrhundert über das Washington von Martin Luther King der 1960er Jahre aus der Sicht von Margot Käßmann zu Großstädten von heute wie Jürgen Wiebicke, Ulrika Engler, Frank Berzbach und Pascal Richmann bis hin surrealistischen Bewohner*innen in Juliana Kálnays ausgezeichnetem Debüt „Eine Chronik des allmählichen Verschwindens“. Unser Programm war wie ein poetische Städtereise.